Inklusion - Eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung.

Wir nehmen sie an!


„Der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung ist in den kommenden Jahren eine große Herausforderung für alle Länder. Die vom Bundestag 2009 ratifizierte Konvention der Vereinten Nationen, die mit Artikel 24 den Ausbau des gemeinsamen Lernens in den Mittelpunkt stellt, ist dabei der vorgegebene Rahmen für die Länder“, betont der ehemalige Präsident der Kultusministerkonferenz und ehemalige Kultusminister von Niedersachsen, Dr. Bernd Althusmann. „Die Umsetzung der Konvention ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung - und damit eine langfristige gemeinsame Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen. Wir werden für Akzeptanz des gemeinsamen Unterrichts werben und in den Ländern die rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen.“¹

Demnach ist der wirksame Umgang mit Heterogenität und der Einsatz einer inklusiven Pädagogik heute eine der bedeutungsvollsten Aufgaben der Schule. Es müssen Wege gefunden werden, wie konstruktiv mit den unterschiedlichen sozio – kulturellen und anthropogenen Voraussetzungen der Schüler² (Sprache, Geschlecht, kultureller Hintergrund, sozio – ökonomischer Status, Religion, kognitive Fähigkeiten, psychomotorische Fähigkeiten) umgegangen werden kann. Die Stiftung Universität Hildesheim hat in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Zürich, Institut Unterstrass, ein internationales Studienkonzept entwickelt, das Schulleitungen, Lehrende aller Schulformen und pädagogisches Personal auf diese Herausforderung vorbereitet.

Die grundlegende Idee des Projekts besteht darin, dass vier Lehrende der „Richard–von– Weizsäcker-Oberschule“ in Ottbergen (Uwe Witzschel, Anja Ahrenbeck, Susanne Meyer und Melanie Spiller) ein Stipendium für den internationalen Weiterbildungsmaster „Inklusive Pädagogik und Kommunikation“ der Universität Hildesheim erhalten, der berufsbegleitend studierbar ist und vier Semester umfasst. Damit professionalisieren sie ihren persönlichen Umgang mit der Verschiedenheit der Schüler. Zugleich können sie so den Wandlungsprozess ihrer Schule zur inklusiven Schule maßgeblich mit gestalten.

Zudem werden sowohl der persönliche Entwicklungsprozess als auch der des Einzelsystems ‚Schule’ seitens der Universität Hildesheim (Abteilung WiN) während der zweijährigen Studienzeit beratend begleitet sowie dokumentiert.

Dabei gilt es folgende Kompetenzen zu erwerben:

  • Expertin/Experte in der Didaktik der Vielfalt werden
  • Ein Lehr-Lernmodell für heterogene Lerngruppen erarbeiten
  • Inklusive Pädagogik als Unterrichtsprinzip anwenden können
  • Kommunikative Kompetenzen entwickeln
  • Coachingaufgaben erfolgreich durchführen
  • Qualität sichern
  • Erhöhte Rollen-Sicherheit erwerben
  • Expertin/Experte in der Förderung für Schulerfolg werden
  • Expertin/Experte im Umgang mit Heterogenität werden³

Zwar konnte Frau Dr. Rudolph die Randstad-Stiftung gewinnen und somit unsere vier Lehrkräfte zu „Teil-Stipendiaten“ machen, aber die Gesamtsumme von 5,340,00 Euro zuzüglich Semestergebühren pro Person sind damit nicht abgedeckt.

Darum suchen wir nach weiteren Sponsoren, die bereit sind, die Richard-von-Weizsäcker-Schule als deutschlandweit erster Projektschule im deutschlandweit einzigen Studiengang „Inklusive Pädagogik und Kommunikation“ finanziell zu unterstützen.

Zwei großzügige Geldgeber haben wir auch schon gefunden:

Die Sparkasse Hildesheim ist mit einer Zuwendung von 2.000,00 Euro dabei und die Volksbank Hildesheimer Börde gibt 1.000,00 Euro dazu.

Am Montag, 11.03.2013 trafen sich die vier Stipendiaten mit ihren Unterstützern, um ganz herzlich zu danken.

Dieser Dank gilt natürlich nicht nur den finanziellen Unterstützern, sondern auch den ideellen Förderern.

Ohne Bernhard Brinkmanns (MdB) Einsatz für unsere Schule, aber auch ohne die Begleitung durch Axel Witte, den Gemeindebürgermeister, stünde die Richard-von-Weizsäcker-Schule nicht da, wo sie jetzt stehen kann: Am Beginn eines spannenden Prozesses, in dem alle Beteiligten nur profitieren können:

  • die Schüler durch optimale Förderung und Forderung, bei der die einmaligen Eigenschaften, Interessen, Fähigkeiten und Lernbedürfnisse jedes Kindes berücksichtigt werden,
  • die Eltern durch zufriedene Kinder, die gerne zur Schule gehen, weil sie weder unter- noch überfordert werden,
  • die Lehrer durch den Gewinn von hoher Professionalität im Umgang mit unterschiedlichen und teils auch schwierigen Heranwachsenden und dadurch ein Vermeiden des Ausgebrannt-Seins von Lehrenden,
  • die Gesellschaft  durch einen größeren Prozentsatz an Schulabgängern mit höheren Schulabschlüssen und weniger Lehrkräften, die vorzeitig wegen Dienstunfähigkeit ausscheiden.

 

Auf dem Foto sehen Sie sitzend v. l. n. r.: Wilhelm Schröder, Sparkasse Hildesheim; Simone Klöpping und Holger Glöckner, Volksbank Hildesheimer Börde; dahinter Britta Ostermann, Universität Hildesheim, Uwe Witzschel, Susanne Meyer, Ulrike Stengert-Schaumburg,  Axel Witte, Gemeindebürgermeister; Jeanette Thiede, Förderverein der RvW-Schule; Melanie Spiller, RvW-Schule; Bernhard Brinkmann MdB; Dr. Margitta Rudolph, Universität Hildesheim

 

¹ Zitate aus seiner Rede vom 04.03.2011 zur Eröffnung der Hildesheimer Pädagogischen Tage, die sich dem Thema „Inklusive Pädagogik. Theorie & Praxis – oder – Wege zu einer gemeinsamen Bildung und Erziehung für alle“ widmeten.

² Zur besseren Lesbar- und Verständlichkeit wird lediglich die maskuline Form verwendet.

³ Diese Textpassagen sind dem Projektantrag an die Randstad-Stiftung von Frau Dr. Rudolph entnommen.

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